24.10.2012

Wir sind Kelten – das ist unsere Vergangenheit!

24.10.2012

CDU-Landtagsabgeordnete besuchen die Nachbildung der ca. 2500 Jahre alten keltischen Höhensiedlung Heuneburg in Herbertingen-Hundersingen.

Etwas mühsam ist der Weg hinauf zur Heuneburg in Herbertingen-Hundersingen. Eingebettet in eine herrliche Landschaft thront die Nachbildung der ca. 2500 Jahre alten keltischen Höhensiedlung. Das älteste massive Lehmbauwerk, das nördlich der Alpen je gefunden wurde, zieht jährlich tausende von Besuchern an. So am Wochenende auch den Vorsitzenden der CDU-Landtagsfraktion, Peter Hauk.

Herrlicher Sonnenschein, laue Temperaturen, das perfekte Herbstwetter für einen Ausflug in die Geschichte Baden-Württembergs. Auf den Spuren der Kelten wandeln pro Jahr über 20.000 Besucher. Seit dem beispiellosen Fund des Grabes der so genannten Kelten-Fürstin, waren es sogar über 40.000. Ein beeindruckendes Anwesen, bestehend aus mehreren originalgetreuen wiedererrichteten Bauwerken. Die Besucher können hier erleben, wie die Kelten gelebt und gearbeitet, was sie alles erfunden und entwickelt haben. Die Vorbilder der Geschichte waren aber nicht allein der Grund, warum der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion Peter Hauk zusammen mit seinen Kollegen Ulrich Müller (Wahlkreis Bodensee), Karl Traub (Wahlkreis Ehingen) und Paul Locherer (Wangen) der Einladung des neuen CDU Abgeordneten im Kreis Sigmaringen, Klaus Burger, gefolgt waren.

Die Zukunft der Heuneburg steht in diesen Tagen auf wackligen Säulen. Das Projekt, das durch EU- und Landesmittel im Rahmen des LEADER-Programms noch von der alten Landesregierung gefördert wurde, sieht derzeit einer ungewissen Zukunft entgegen. "Allein können wir das Projekt nicht mehr schultern", erklärte der Bürgermeister von Hundersingen, Michael Schrenk im Gespräch mit den CDU-Politikern. Mit einem Abmangel von 250.000 Euro im Jahr sei die Gemeinde restlos finanziell überfordert. Es müsse eine Lösung gefunden werden, bei der das Land sich seiner Verantwortung nicht entziehe. "Die Heuneburg ist ein einzigartiges kulturhistorisches Denkmal, das als Ganzes erhalten werden muss", betonte Schrenk. Durch den Fund des Steintores aus dem 6. Jahrhundert habe die Heuneburg zwar eine Attraktion mehr, es komme aber nun darauf an, ein sinnvolles Konzept zu entwickeln, damit die Besucher einen Gesamteindruck erhalten und für die Stadt auch entsprechende Einnahmen möglich würden, so der Bürgermeister.

Unterstützung erhielt Schrenk von Peter Hauk, der noch in seiner Zeit als Minister für den Ländlichen Raum die Förderung der Heuneburg massiv unterstützt hat. "Die Heuneburg ist ein historisches Leuchtturmprojekt, das weiter unterstützt und zum Anziehungspunkt gemacht werden muss. Die einmaligen Funde, die ein breites und interessantes Bild von der Kultur und der Geschichte der Kelten zeichnen, dürfen den Menschen nicht enthalten werden", so Hauk. Deshalb sei die große Keltenausstellung sehr zu begrüßen, aber auch dort, wo die Fundstücke ihre Heimat haben, müssen die Menschen an realer Stätte die Geschichte nacherleben können. "Solch historisch einmalige Orte zu erhalten und nacherlebensfähig zu machen, ist auch die Aufgabe der Politik. Mit einer Schnellschuss-Lösung auf Kosten der Gemeinde ist niemandem geholfen", so Peter Hauk. In der Frage der Trägerschaft könne das Land die Gemeinde deshalb nicht alleine lassen.

Dafür kämpft auch Klaus Burger, als zuständiger CDU-Landtagsabgeordneter. "Es kann nicht sein, dass das Land am Ende von den Schätzen und der Bedeutung profitiert, die Gemeinde aber auch dem Weg zurück gelassen wird", betonte Burger. So sei es ihm, sowie auch den Befürwortern der Gemeinde ein Anliegen, die Heuneburg als beständige baden-württembergische Kulturstätte zu erhalten, in der die Menschen hautnah ihre Geschichte erleben können. Mit viel Engagement und Herzblut sorgten Ehrenamtliche dafür, dass die Heuneburg für die Besucher zu einem unvergesslichen Erlebnis werde, dies müsse die Landesregierung aufnehmen und honorieren.

Dieser Eindruck verfestigte sich bei den Politikern, als sowohl die Gästeführerin Brigitte Steinacher, als auch Anton Reiner, auf dessen Ackerflächen bedeutende Funde aus der Keltenzeit gemacht wurden, über die Heuneburg und ihre Bedeutung für die Region erzählten. "Diese Menschen sind mit Herz und Seele mit der Heuneburg verbunden, wer hier einmal war, wird in den Bann der Kelten gezogen. Die Geschichten die sich um Troya ranken, sind vergleichbar mit denen der Heuneburg. Hier muss die Politik aktiv werden. Die Heuenburg ist ein bedeutender Baustein unserer Geschichte, den wir präsentieren müssen", betonte Hauk. Die CDU im Landtag werde sich dafür einsetzen, dass eine gute Lösung gefunden werde. "Jetzt dürfen die Gespräche nicht abreißen. Mit uns können sie rechnen", so Peter Hauk und Klaus Burger am Ende des Besuchs.

"Wir sind Kelten, das ist unsere Vergangenheit, deshalb muss hier etwas passieren", diesen Appell gab der Bürgermeister den Abgeordneten mit auf den Weg.