08.11.2012

Politisch gesehen

08.11.2012

Im Herbst finden traditionell zahlreiche Konzerte unserer Chöre und Musikvereine statt, zu denen auch der Landtagsabgeordnete dankenswerter Weise eingeladen wird. Und ich muss sagen, dass ich diese Konzerte wirklich sehr gerne besuche und immer wieder überrascht bin, auf welch hohem Niveau in unseren Vereinen musiziert wird.

So war ich in den vergangenen Wochen bei der Mädchenkantorei und den Johanneschorknaben in Bad Saulgau und bei den Bolsterner Chören, bei deren Konzert Eugen Kienzler für seine Verdienste und sein Beispiel gebendes Engagement mit der Landesehrennadel ausgezeichnet wurde. Außerdem durfte ich die Hauptversammlung des Blasmusikverbandes und das Konzert des Kreisverbandsjugendorchesters in der Klosterkirche Beuron besuchen.

Bei all diesen Konzerten habe ich dankbar festgestellt, dass zahlreiche junge Musikerinnen und Musiker mit ihrem Können brillierten. Was unsere Musikvereine in der musischen Ausbildung dort leisten, das ist aller Ehren wert, denn eine musikalische Ausbildung ist in meinen Augen eine wahre Lebensschule, um nicht zu sagen ein Schatz, der in unserer hektischen Zeit nicht hoch genug geschätzt werden kann. Denn heutzutage werden wir allzu oft zu Einzelkämpfern gemacht. "Geh deinen Weg, zeig Ellenbogen", will man uns oft vermitteln.

Im Chor oder im Orchester dagegen erfährt man, dass man nur als Team ein gutes Ergebnis erreichen kann. Der Einzelne muss sich zurücknehmen, warten bis sein Einsatz gefordert ist, sein Register, sein Klang. Ein anderer gibt das Tempo vor, gibt den Einsatz, führt den Taktstock, wählt die Lektüre aus - fordert und fördert aber zugleich jeden Einzelnen. So gefestigt, glaube ich, dass diese jungen Menschen mit einem musischen Fundament besser durch das Leben kommen.

Auch im Plenum in Stuttgart wird das Thema "Förderung der Musik" bei den am Donnerstag beginnenden Haushaltsberatungen für den Doppelhaushalt 2013/2014 eine Rolle spielen. Wir werden uns dafür stark machen, dass die musische Ausbildung auch in Zukunft im bisherigen Umfang gefördert wird. Denn eine Kürzung dieser Fördermittel träfe erneut besonders den ländlichen Raum, weil gerade bei uns besonders viele Chöre und Musikkapellen zu Hause sind, die - so meine ich - mit der Pflege von christlichem, modernem und auch deutschem Liedgut einen großen Beitrag für die Menschen in unserem Land leisten.

Beitrag von Klaus Burger im Südkurier