15.06.2016

Martin Hahn MdL und Klaus Burger MdL: "Risikorücklagen für Landwirte wegen häufigen Extremwetterlagen unverzichtbar"

15.06.2016

Die beiden Landtagsabgeordneten Martin Hahn (Grüne) und Klaus Burger (CDU) fordern, dass Landwirte in Zukunft steuerliche Risikorücklagen bilden können. Personengesellschaften sind dazu momentan nicht berechtigt. Aufgrund von immer häufiger auftretenden Extremwetterlagen sind Risikorücklagen unverzichtbar, erklären die beiden Mitglieder des Ausschusses für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz des baden-württembergischen Landtags und agrarpolitischen Sprecher ihrer Fraktionen.
Martin Hahn (Grüne) und Klaus Burger (CDU) begründen ihre gemeinsame Forderung auch mit schweren Schäden, die extreme Wetterlagen mit großen Regenmengen in den vergangenen Woche auf den Feldern der Bauern in Baden-Württemberg verursacht haben. "Wir hoffen, dass der Bundesrat am Freitag den Weg für steuerliche Risikorücklagen frei macht", erklärt Martin Hahn. 
"Mehr als 3.000 Unwetterwarnungen gab der Wetterdienst in den vergangenen Wochen heraus", berichtet Klaus Burger. So viele Wetterwarnungen in einem vergleichbaren Zeitraum hat es nie zuvor gegeben. Die Landwirte im Land leiden auch in Folge der Klimaveränderung immer öfter unter lokalen Extremwetterlagen und Unwettern. "Im vergangenen Sommer war es die Trockenheit und Dürre und in diesem Jahr ist es der Starkregen, der Felder überschwemmt", erklärt Martin Hahn.

Nach heftigen Regenfällen stehen viele Felder im Südwesten unter Wasser. Der Starkregen und die Nässe haben hohe Schäden vor allem bei Sonderkulturen wie Erdbeeren, Gemüse, Kartoffeln oder Braugerste verursacht. Die Erdbeeren verfaulen an den Stängeln, Freilandgemüse leidet unter Pilzbefall und Unkraut überwuchert die Kulturpflanzen, stellt Martin Hahn fest. Auf den Kartoffeläckern hat der Regen die Kartoffeldämme frei gespült. 

Vor dem Hintergrund der derzeitigen Extremwetterlage fordern Klaus Burger MdL, Wahlkreisabgeordneter für den Wahlkreis Sigmaringen, und Martin Hahn MdL, Wahlkreisabgeordneter für den Bodenseekreis, dass Landwirte in Zukunft Gewinnschwankungen mit einer Risikorücklage glätten dürfen. In einem guten Jahr mit guter Ernte könnten die Landwirte eine steuerfreie Rücklage bilden, die sie in einem Zeitraum von drei Jahren wieder auflösen müssten. Diese Rücklage könnte in einem wirtschaftlich schlechteren Jahr mit Ernteausfällen die Steuerlast mindern. "Momentan ist die Lage so, dass sich die Landwirte in einem guten Jahr noch schnell einen neuen Traktor kaufen", so Martin Hahn. Folgt dann ein schlechtes Jahr, geraten die Landwirte schnell in finanzielle Schwierigkeiten. "Mit Hilfe der Risikorücklage sollen Landwirte ihre stark schwankenden Gewinne besser verteilen können", erklärt Klaus Burger. "Wir möchten nicht weiteres Geld und Förderungen an die Landwirte verteilen, sondern sie in die Lage versetzen, dass sie sich in schlechten Jahren selbst helfen können", stellt Martin Hahn klar.