28.11.2016

Klaus Burger MdL: "Tragfähige Konzepte für Zusammenleben zwischen Mensch und Tier entwickeln"

28.11.2016

Wildtiere drängen immer mehr in Wohngebiete im Land ein und zeigen oft auch keine Scheu vor Menschen mehr. Der Sigmaringer Landtagsabgeordnete Klaus Burger hat auf diesen schleichenden Prozess reagiert und mit einer Anfrage an die Landesregierung dazu aufgerufen, tragfähige Konzepte für ein friedliches Zusammenleben zwischen Mensch und Tier zu entwickeln.

"Die momentane Situation stellt die betroffenen Gebiete zunehmend vor neue Herausforderungen, denn Konfrontationen zwischen Mensch und Tier lassen sich nicht vermeiden. Der jüngste Vorfall im Ertinger Badesee, bei dem ein Biber einen Badegast gebissen hat, macht auch deutlich, dass es bei solchen Kontakten auch zu Angriffen durch die Tiere kommen kann. Laut Stellungnahme der Landesregierung ist wie erwartet sehr wohl feststellbar, dass Wildtiere Siedlungsräume der Menschen vermehrt zu ihren Wohnräumen machen und diese teilweise aus- und umgestalten." Dies sei bei Füchsen, Mardern, Krähen, Tauben und besonders beim Biber der Fall ist, erklärt Burger.

Aus dieser Problematik könnten Ängste, wie z.B. die Gefahr von Bissen und/oder Ansteckungen durch übertragene Parasiten oder Krankheiten entstehen, obwohl dies teilweise nicht realistisch sei. "Die Tiere sind meist fluchtorientiert, trotzdem entsteht in Teilen der Bevölkerung ein mulmiges Gefühl. Konkret messbare Schäden, wie das Anfressen von Zündkabel, Bremsschläuchen oder Isolierungen durch Marder an Personenkraftwagen sind leicht nachzuweisen. Die deutsche Versicherungswirtschaft klagt über Reparaturkosten von 20 Mio. €. Die Schadenshäufigkeit liegt pro1000 Pkw bei 3,84 Fahrzeugen ", so der CDU-Landtagsabgeordnete weiter. Schwieriger zu erfassen sind die Schäden durch Biber. "Auf eigene Nachfrage teilten mir aber einige Kommunen im Landkreis Sigmaringen mit, dass die Kosten im Bauhof für die Beseitigung von Biberschäden sich teilweise bis auf 20.000 € jährlich belaufen." Schäden an landwirtschaftlichen Nutzflächen würden nicht erhoben, diese tragen die Bauern derzeit zu 100% selber.  

In seiner Stellungnahme zeigt das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg Handlungsfelder wie die Bildung von Sach- und Fachkompetenzen, Wildtiermonitoring und verstärkte Wildtierforschung, aber auch die Prüfung einzelner Arten wie z.B. den Biber in das Jagdrecht zu übernehmen, auf. "Ich bin froh, dass durch die Anfrage etwas Bewegung in die Situation gekommen ist. Was mir noch fehlt, ist eine Bestandszählung der Biber, um besser urteilen zu können, welche Handlungen notwendig werden. Neben der Verbesserung des Bibermonitoring setze ich mich für die Schaffung eines Fonds ein, um Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen auszugleichen", so Burger abschließend.