19.02.2019

Hohe Auszeichnung für den kommunalen Klimaschutz: European Energy Award an die Stadt Bad Saulgau und die Gemeinde Leibertingen verliehen

19.02.2019

Im Beisein des Sigmaringer Landtagsabgeordneten Klaus Burger wurde gestern in Tübingen der European Energy Award an die Stadt Bad Saulgau sowie an die Gemeinde Leibertingen verliehen. "Die Kommunen sind der entscheidende Faktor im globalen Klimaschutz", betonte Klaus Burger am Rande der Verleihung. Insgesamt nehmen mittlerweile 102 Städte und 20 Landkreise Baden-Württembergs am eea teil. "Damit belegt das Land bundesweit den Spitzenplatz". Bei der Feierstunde in den Räumlichkeiten der Museumsgesellschaft Tübingen hatten alle 37 Preisträger Gelegenheit, ihren individuellen Weg zum eea-Erfolg kurz darzustellen. Organisiert hatte die Veranstaltung die Landesgeschäftsstelle des eea, die bei der KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg angesiedelt ist.

Auch der baden-württembergische Umweltminister Untersteller würdigte das Engagement der Kommunen. Die Palette an Maßnahmen, mit der die Preisträger sich ihre Auszeichnung erarbeiteten, erstreckt sich vom Bezug erneuerbarer Energie und dem Einsatz energiesparender Straßenbeleuchtung über den Bau von Nahwärmenetzen bis hin zur Förderung des Radverkehrs und der E-Mobilität. Immer wieder lobten die Preisträgerinnen und Preisträger die tragende Rolle ihrer regionalen Energieagentur, die meistenteils auch die eea-Beratung übernimmt.  "Als Landtagsabgeordneter, als Kreisrat, aber auch als Gemeinderat ist mir ein zukunftsweisender Umgang mit Wärme, Ressourcenschonung und Klimaschutz sehr wichtig", so Burger, der Leibertingen und Bad Saulgau vor Ort zu ihrer Auszeichnung beglückwünschte. Und "Ich verstehe dies auch als Ansporn für weitere Kommunen".

Die einzelnen Projekte der beiden Kommunen:

Gemeinde Leibertingen

Auch für kleine Gemeinden ist es lohnenswert, sich nachhaltigen Überlegungen zu widmen. Das zeigt das Beispiel  Leibertingen. Die Gemeinde mit ihren rund 2.200 Einwohnern liegt inmitten des Naturparks Obere Donau. 1999 wurde in Leibertingen das Freibad von einer Gasheizung auf Solarheizung umgestellt. Damit war der Grundstein für weitere nachhaltige Aktivitäten auf lokaler Ebene gelegt. So etwa die Bereitstellung des Schuldaches 2004 für eine Bürger-Photovoltaik GbR. Im Jahr 2009 wurden weitere Flächen für eine Freiflächen Photovoltaikanlage bereitgestellt. Den Schritt zum Bio-.Energiedorf mit einem ersten kommunal getragenen Wärmenetz ging Leibertingen im Jahr 2011. Diese Projekte zeigen, dass die Themen Energie und Umwelt den Gemeinderat und die Verwaltung schon vor der European Energy Award -Teilnahme aktiv bewegten. Doch die Beteiligung am eea Prozess gibt zudem Gelegenheit, sich strukturierter den Themen zu widmen, die im Alltagsgeschäft oft in den Hintergrund geraten. Zudem mach die eroflgreiche Teilnahme erst sicht- und messbar, wo die Gemeinden stehen, was sie schon erreicht haben und welche Wegstrecken noch bevorstehen. Die Teilnahem am eea-Prozess erfolgt seit 2015 in Zusammenarbeit mit der Energieagentur Ravensburg-Sigmaringen.

Stadt Bad Saulgau

Bad Saulgau liegt im Herzen Oberschwabens zwischen Donau und Bodensee. Für das Engagement zum Schutze der Natur wurde Bad Saulgau 2007 der >Titel "Naturschutzkommune" zugesprochen. Weiter für die Stadt seit 2011 den Titel "Landeshauptstadt der Biodiversität". Durch das Prädikat "Bad" gibt es in Bad Saulgau hohe Anforderungen an die Luftqualität, die alle zehn Jahre durch Messungen nachgewiesen werden müssen. Frühzeitig hat die Stadt auf die beginnende Klimaveränderung mit Vorbeugemaßnahmen reagiert und sukzessive in den Hochwasserschutz, die nachhaltige Forstwirtschaft, den Naturschutz und in Verkehrsplanung  im Gesamtstadtgebiet einschließlich der Ortsteile. Ein großer Schritt in Richtung Innenstadtentwicklung war die Realisierung der "Kernstadtentlastungsstraße" mit großflächigen Ausgleichsmaßnahmen. Mit der Gründung der "Windkraft Bodensee-Oberschwaben" hat die Stadt Bad Saulgau und ihre Stadtwerke den Ausbau der regenerativen Stromerzeugung beschlossen. Außerdem wurden sukzessive die Kraft-Wärmekopplung mit Blockheizkraftwerke-Nahwärmeversorgungsgebieten in der Kernstadt ausgebaut. Ein weiterer Meilenstein ist die Versorgung eines Teilorts mit 100 Prozent Bioenergie. Im Jahr 2010 wurde der Teilort Lampertsweiler zum ersten Bioenergiedorf im Landkreis Sigmaringen benannt.