20.04.2013

Gemeinderat befasst sich mit 30.000-Euro-Initaitive

20.04.2013

Ostrach - Ob es zukünftig einen Bürgerbus in Ostrach geben wird oder nicht, darüber wird am 22. April der Gemeinderat abstimmen. 30.000 Euro soll das Projekt insgesamt kosten.

Seit über einem Jahr arbeitet der Seniorenbeauftragte Rainer Spendel nun an einer Lösung, die Teilorte mit dem Hauptort zu verbinden.

Die Idee des Bürgerbusses entstand im Seniorenrat und schien zum Greifen nah. Doch niemand rechnete mit den Hürden bei den Behörden, die Spendel geduldig und mit einem langen Atem eine nach der anderen nahm. Mit dieser Initiative will er Zukunft schaffen, denn der demographische Wandel macht auch vor Ostrach nicht Halt. "Schon heute liegt der Anteil der über 60-jährigen bei 22 Prozent (1328 Einwohner) und 2020 werden es 28 Prozent sein" informiert er. Die Lebensqualität der Senioren und Familien wird im Wesentlichen durch die Mobilität beeinflusst. Und diese zu erhalten und für manche zu ermöglichen, hat er sich auf die Fahne geschrieben.

Die 78-jährige unternehmenslustige Emma Maly aus Ostrach freut sich. "Das wäre nicht schlecht, wenn man mal rauskommt", ist sie begeistert und sieht damit eine einfache Möglichkeit, nach Magenbuch zu kommen. "Außerdem habe ich Verwandtschaft in Burgweiler, die kann ich dann auch mit dem Bus besuchen." Sie hofft auf mehr Möglichkeiten sich zu bewegen und darauf, persönliche Kontakte besser pflegen zu können. Und noch einen ganz anderen Vorteil sieht sie: "Wenn man selber fährt, sieht man nicht viel. Die Gegend kann man sich vom Bus aus mit ganz anderen Augen anschauen. Außerdem dürfen so selbst die Autofahrer auch einmal ein Gläschen Wein trinken." Für sie steht fest: "Ja, wir fahren mit."

Doch auch bei ihr sind leise Zweifel zu hören. Mit ihr sorgen sich viele: "Ob sich das rentiert?" Die Leiterin des Altenwerks Irmgard Selbherr wurde von Mitgliedern ihres Netzwerks schon auf die Kosten angesprochen. Und auch die 85-jährige Magenbucher Strickerfrau Frida Domakowski will den Bus nutzen, aber ist skeptisch, dass sich das auszahlen wird. "Dem Initiator ist es zu wünschen, dass es ein Erfolg wird, denn er hat nun so viel Arbeit und Mühen rein gesteckt" formuliert es der Rentner Rudolf Blecher aus Magenbuch. Er gehört zu den 30 Personen, die sich als Fahrer zur Verfügung gestellt haben. "Ja, ich bin nach wie vor dabei und werde die Prüfungen machen", versichert er erneut.

Ein Bus mit acht Sitzgelegenheiten und behinderten gerechter Ausstattung stellt sich Spendel vor, der innerorts verschiedene Haltestellen haben wird, wie auch in den Teilorten. Für die Freitage sind für Fahrten zum Wochenmarkt Extra-Touren geplant. Sicherlich stellt die Gemeinde durch ihre Größe eine besondere Herausforderung zur Bewältigung einer solchen Aufgabe. Doch selbst der Landtagsabgeordnete Klaus Burger lobte während der Jahresversammlung des CDU-Ortverbandes diese Initiative und motiviert: "Wenn Ihr darin Fuß fassen könnt, dann macht es, denn es wird für die Zukunft ein großes Thema werden." Für die Finanzierung des 30 000-Euro-Projektessoll es übrigens einen Weg geben, zwei Drittel der Kosten möglicherweise mit einem Zuschuss zu decken.

Bericht von Nicole Rauscher (Südkurier)