25.04.2010

CDU-Parteitag: In der Stichwahl setzt sich Burger durch

25.04.2010

Wer wird für die Landtagswahl am 27. März 2011 Tanja Gönners Ersatzmann? Drei Bewerber traten beim CDU-Parteitag am Freitag in Sigmaringendorf an. Entschieden wurde das Kopf-an-Kopf-Rennen erst in der Stichwahl. Klaus Burger aus Hohentengen bekam zwölf Stimmen mehr als Sebastian Hummel aus Gammertingen.

Klaus Burger kommt sympathisch rüber: redselig, bodenständig, elanvoll, ja sogar humorvoll. Ganz zu Beginn seiner Vorstellungsrede macht er seiner Frau eine Liebeserklärung. "Ich bin seit 23 Jahren gut verheiratet und das sage ich ausdrücklich, weil meine Frau heute hier ist." Die CDU-Mitglieder lachen herzhaft, das erstemal an diesem Freitagabend in der Donau-Lauchert-Halle.

Aus den drei Vorstellungsreden scheint der 51-jährige Geschäftsstellenleiter des Bauernverbands als Favorit hervorzugehen. Sebastian Hummels Rede kam zwar etwas schwerfällig daher. Trotzdem sahen Beobachter den Vertreter des Hohenzollern-Lagers auf Augenhöhe mit Burger. Ein alternatives Angebot machte Raid Gharib, Vorsitzender der Jungen Union aus Pfullendorf. Konservativ in seinen Werten miemte der 27-Jährige den aufmüpfigen Nachwuchsmann. Im Büro des Abgeordneten Ulrich Müller arbeitet Gharib im politischen Dunstkreis des Landtags. Zu Mappus sagte er frech: "Sie werden Müller kennen, unter ihm waren sie Staatssekretär." Wieder Erheiterung im Saal. Der Lautstärke des Beifalls nach zu urteilten, hatte Gharib die knapp 300 Mitglieder am ehesten überzeugt.

Im ersten Wahlgang lag jedoch Burger vorne (106 Stimmen) vor Hummel (95) und Gharib (94). Da keiner der Kandidaten über 50 Prozent kam, musste erneut gewählt werden. Im zweiten Wahlgang war das Ergebnis nur unwesentlich anders: Burger baute seinen Vorsprung aus, Hummel hielt seine Stimmen und Gharib schied als Dritter aus. Eine Stichwahl musste die Entscheidung bringen, die Burger mit zwölf Stimmen Vorsprung zu seinen Gunsten entschied. Der Hohentenger kam auf 52,1 Prozent, Hummel auf 47,9 Prozent.

Nachdem ihm Tanja Gönner Blumen überreichte, kommentierte er den Sieg auf seine Art. Als gelernter Banker werde er den Kredit, den ihm die Mitglieder gegeben hätten, zurückzahlen. Dass sich Burger durchsetzte, erfreut die Kreisvorsitzende: Sie hatte den Mann aus der Göge vorgeschlagen. Falls die Ministerin doch irgendwann nach Berlin gerufen wird, wird er sie im Landtag ersetzen.

Artikel von Michael Hescheler (Schwäbische Zeitung)