15.11.2017

Burger sensibilisiert das Land für das Thema Hauswirtschaft

15.11.2017

Offensichtlich braucht die sich ändernde Gesellschaft hauswirtschaftliches Potenzial, um den Herausforderungen von Ganztagesbeschulung und -betreuung sowie dem demografischen Wandel zu begegnen. "Hier sollte die Landesregierung alles dafür tun, das Angebot an hauswirtschaftlichen Fachkräften zu erhöhen", erklärt der Sigmaringer CDU-Landtagsabgeordnete Klaus Burger.

Burger hat mit einem Antrag an die Landesregierung für das Thema sensibilisiert und neben Zahlen rund um die hauswirtschaftliche Berufsausbildung in Baden-Württemberg auch das Thema aufgegriffen, dass sich aktuell zwei Ministerien um den Bereich kümmern.

"Aus meiner Sicht ist die Hauswirtschaft in Baden-Württemberg ein unterschätzter Berufszweig, den es in den Fokus zu rücken gilt. Es geht darum, mehr Werbung in den Schulen für eine hauswirtschaftliche Berufsausbildung zu machen, gleichzeitig muss diese finanziell attraktiver werden. Unsere Wirtschaft muss zudem erkennen, welche Wertschöpfung in der hauswirtschaftlichen Qualifikation steckt", erklärte der Abgeordnete.

Der ländliche Raum biete Ressourcen für den hauswirtschaftlichen Fachkräftebedarf. Gerade Frauen mit Familien hätten jahrelange Praxiserfahrung. Sie sollten zu einer verkürzten Ausbildung nach §45 animiert werden, regt Burger an.

Aktuell sind mit dem Thema zwei Ministerien - das Landwirtschaftsministerium und das Sozialministerium - betraut. "Aus meiner Sicht müssen die aktuell im Sozialministerium angesiedelte Berufsausbildung in der Hauswirtschaft und die im Landwirtschaftsministerium angesiedelte ländliche Hauswirtschaft zusammengeführt werden, zwei Ministerien sehe ich bei allen Anstrengungen, sich abzustimmen, als unwirtschaftlich und nicht zielführend an. Das Landwirtschaftsministerium mit den Themen Ernährung und Verbraucherschutz ist der richtige Ort für die Hauswirtschaft im Land", fordert Burger.

Juliane Vees, Landfrauen- Präsidentin und als erste Frau Mitglied im geschäftsführenden Vorstand des Landesbauernverbands, pflichtet Burger bei: "Jegliche Maßnahmen zur Verbesserung des Images und zur gezielten Aufklärung im Rahmen der Berufsfindung sind für uns LandFrauen willkommen. Der Bedarf an personenbezogenen und haushaltsnahen Dienstleistungen steigt stetig, leider nimmt im gleichen Tempo das Wissen um Ernährung- und Alltagskompetenz ab. Wir bieten vom LandFrauenverband Württemberg-Hohenzollern vermehrt Kurse und Qualifizierungen in diesen Fachbereichen an, wie z.B. zur Hauswirtschaftlichen Familienbetreuerin. Wir freuen uns, dass im Landtag das Thema Hauswirtschaft mit all seinen Facetten in den Fokus genommen wurde."