07.12.2018

100 Jahre Frauenwahlrecht: Klaus Burger MdL referierte bei der Frauen Union

07.12.2018

"Ohne Frauen ist in unserem Land kein Staat zu machen. Deswegen feiern wir das 100-jährige Jubiläum des Frauenwahlrechts in Deutschland." Dies betonte der Sigmaringer Landtagsabgeordnete Klaus Burger (CDU) bei seinem Vortrag, zu dem die Vorsitzende der Frauen Union im Kreisverband Sigmaringen, Uschi Kirsch, eingeladen hatte.

"100 Jahre Frauenwahlrecht - ich will heute gemeinsam mit Ihnen an diesen Meilenstein im Kampf um Demokratie, Gleichberechtigung und Freiheit in Deutschland erinnern", sagte Klaus Burger zu Beginn seines Vortrags. "Heute ist das Wahlrecht für Frauen und Männer eine Selbstverständlichkeit und ein nicht wegzudenkender Bestandteil der freiheitlich-demokratischen Grundordnung unserer Bundesrepublik"; sagte Burger, der auch CDU-Kreisvorsitzender ist.

Bis Deutschlands Frauen im Januar 1919 zum ersten Mal wählen und gewählt werden konnten, seien viel Kraft und Ausdauer erforderlich gewesen. Viele Widerstände und Vorurteile bei Männern - aber auch bei Frauen - hätten überwunden und abgebaut werden müssen. "Motor dieses Kampfes waren engagierte und streitbare Akteurinnen verschiedener Flügel der Frauenbewegung, die sich schon seit Mitte des 19. Jahrhunderts für das Frauenwahlrecht, aber auch für das Recht auf Bildung und Erwerbsleben, die Teilnahme am politischen Wesen und für ökonomische und soziale Selbständigkeit eingesetzt haben", so Burger weiter.

"Als Kaiser Wilhelm II. 1917 in seiner "Osterbotschaft" für das Ende des Krieges eine Wahlrechtsreform ankündigte, dabei aber kein Wort über das Frauenwahlrecht verlor, formierte sich energischer Widerstand. Die bürgerlichen und sozialistischen Aktivistinnen schlossen sich zusammen. Über 50 deutsche Frauenorganisationen forderten in einem gemeinsamen Schreiben an den Reichskanzler Max von Baden die Einführung des Frauenwahlrechts. 1918 wurden die Mühen und Anstrengungen endlich belohnt. Nachdem der Kaiser auf seinen Thron verzichtet und Philip Scheidemann die Republik ausgerufen hatte, verankerte der Rat der Volksbeauftragten das aktive und passive Wahlrecht für alle Bürgerinnen und Bürger in der Verordnung über die Wahl zur verfassungsgebenden deutschen Nationalversammlung", erinnerte Klaus Burger.

"Damit war der Weg bereitet und die Frauen konnten wählen und gewählt werden. Zuerst wählten die Frauen bei den Wahlen zur verfassungsgebenden Landesversammlung in Baden am 5. Januar 1919, eine Woche später, am 12. Januar 1919 in Württemberg und am 19. Januar 1919 in Deutschland. Für diese Wahl zur verfassungsgebenden Deutschen Nationalversammlung kandidierten 300 Frauen. 82 Prozent der wahlberechtigten Frauen gingen zur Wahl. Unter den insgesamt 423 Abgeordneten, die in das Parlament einzogen, waren 37 Frauen"; so Burger weiter.